Tageszinsen berechnen
Tageszinsen berechnen: Zinsen für beliebige Tage aus dem Jahreszinssatz online ermitteln
Hinweis: Die Ergebnisse sind unverbindliche Berechnungen und ersetzen keine professionelle Finanzberatung.
💡 Wie berechnet man Tageszinsen?
Die häufigste Frage – klar beantwortet.
Kurz & klar
Tageszins = Kapital × Jahreszinssatz ÷ 100 ÷ 365 × Anzahl Tage. Bei 10.000 € Kapital, 3 % Jahreszins und 90 Tagen ergeben sich 10.000 × 0,03 ÷ 365 × 90 = 73,97 € Zinsen.
Beispiel: 10.000 €, 3 %, 90 Tage
- Tageszins-Faktor: 0,03 ÷ 365
- × 90 Tage × 10.000 €
- Zinsen: 73,97 €
Drei gängige Zinsmethoden
- 30/360: deutsche Methode, Standardmonate
- act/360: internationaler Geldmarkt
- act/365: reale Tage, 365-Tage-Jahr
Tageszins-Beispiele nach Kapital und Laufzeit
Tageszinsen kommen überall dort zum Einsatz, wo Zinsen für unregelmäßige oder kurze Zeiträume berechnet werden müssen – etwa bei Tagesgeldkonten mit täglich schwankendem Zinssatz oder bei der Berechnung von Verzugszinsen. Anders als beim Jahreszins, der stets auf ein volles Jahr bezogen ist, erlaubt der Tageszins eine exakte Verzinsung für jeden beliebigen Zeitraum – ob 15, 90 oder 270 Tage. Die folgenden Beispielrechnungen (nach der act/365-Methode mit tatsächlichen Kalendertagen) zeigen, wie stark Kapital, Zinssatz und Laufzeit den Zinsbetrag beeinflussen.
| Kapital | Zinssatz p. a. | Tage | Zinsen (act/365) |
|---|---|---|---|
| 1.000 € | 2 % | 30 | 1,64 € |
| 5.000 € | 3 % | 60 | 24,66 € |
| 10.000 € | 3 % | 90 | 73,97 € |
| 10.000 € | 4 % | 180 | 197,26 € |
| 25.000 € | 2,5 % | 45 | 77,05 € |
| 50.000 € | 3,5 % | 365 | 1.750,00 € |
| 100.000 € | 1,8 % | 14 | 69,04 € |
Zinsmethoden im Vergleich
| Methode | Zähler (Tage) | Nenner (Jahr) | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| 30/360 | 30-Tage-Monate | 360 Tage | Deutsche Anleihen, kaufmännisch |
| act/360 | tatsächliche Tage | 360 Tage | Internationaler Geldmarkt, Euribor |
| act/365 | tatsächliche Tage | 365 Tage | Britische Anleihen, manche Kredite |
Je nach Methode können sich die berechneten Zinsen leicht unterscheiden – bei kurzen Laufzeiten ist der Unterschied meist minimal, bei sehr großen Kapitalbeträgen aber relevant.
Wofür braucht man den Tageszinsrechner? – 5 Anwendungsfälle
Tagesgeldkonten mit variablem Zinssatz
Da sich der Zinssatz auf Tagesgeldkonten jederzeit ändern kann, lässt sich die tatsächliche Verzinsung nur taggenau nachvollziehen – ideal, um die Bankabrechnung zu überprüfen.
Kontokorrent- und Dispositionskredite
Überziehungszinsen werden meist tagesgenau auf den jeweiligen Sollsaldo berechnet. Der Tageszinsrechner hilft, die Kosten einer kurzfristigen Kontoüberziehung realistisch abzuschätzen.
Verzugszinsen bei offenen Rechnungen
Wird eine Rechnung nicht fristgerecht bezahlt, lassen sich die gesetzlichen Verzugszinsen für den genauen Verzugszeitraum in Tagen berechnen.
Zinsabgrenzung zum Bilanzstichtag
Unternehmen müssen aufgelaufene, aber noch nicht fällige Zinsen zum Bilanzstichtag anteilig für die abgelaufenen Tage der Zinsperiode abgrenzen.
Kurzfristige Geldanlagen und Festgeld
Bei Festgeldanlagen mit untypischen Laufzeiten (z. B. 75 oder 200 Tage) zeigt der Tageszinsrechner den exakten Zinsertrag statt einer groben Jahres-Hochrechnung.
Häufige Fragen
Wie berechnet man Tageszinsen?
Tageszins = Kapital × Jahreszinssatz ÷ 100 ÷ 365 × Anzahl Tage. Beispiel: 10.000 € bei 3 % für 90 Tage: 10.000 × 0,03 ÷ 365 × 90 = 73,97 €.
Wofür braucht man den Tageszins?
Tageszinsen werden bei Tagesgeldkonten (täglich veränderlicher Zins), Kontokorrentkrediten (Überziehungszinsen), Mahnzinsen (gesetzlicher Verzugszinssatz) und beim Aufzinsen von Forderungen berechnet.
Was ist der gesetzliche Verzugszinssatz?
Der gesetzliche Verzugszinssatz liegt 5 Prozentpunkte über dem Basiszins der EZB (9 Prozentpunkte für Handelsgeschäfte). Er gilt automatisch, wenn eine Rechnung nicht fristgerecht bezahlt wird.
Unterschied zwischen Tages- und Zinseszins?
Beim einfachen Tageszins werden Zinsen nicht wieder angelegt. Beim Zinseszins werden die bereits erwirtschafteten Zinsen zum Kapital addiert und ebenfalls verzinst. Bei langen Laufzeiten ist der Unterschied erheblich.
Was ist die 30/360-Methode?
Die 30/360-Methode (deutsche kaufmännische Methode) rechnet mit standardisierten 30-Tage-Monaten und einem 360-Tage-Jahr, unabhängig vom tatsächlichen Kalender. Sie vereinfacht Zinsberechnungen bei festverzinslichen Wertpapieren und wird in Deutschland traditionell häufig verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen act/360 und act/365?
Beide Methoden nutzen die tatsächliche ("actual") Anzahl Tage im Zähler, unterscheiden sich aber im Nenner: act/360 rechnet mit einem 360-Tage-Jahr (im internationalen Geldmarkt üblich), act/365 mit einem echten 365-Tage-Jahr (z. B. bei britischen Anleihen).
Wie werden Tageszinsen bei Tagesgeldkonten berechnet?
Banken berechnen bei Tagesgeldkonten die Zinsen üblicherweise taggenau nach der act/365- oder act/360-Methode auf den jeweiligen Tagessaldo. Ändert sich der Zinssatz oder der Kontostand während der Zinsperiode, wird für jeden Tag mit dem an diesem Tag gültigen Satz und Saldo gerechnet und am Ende addiert.
Wie berechnet man Verzugszinsen bei einer offenen Rechnung?
Verzugszinsen werden tagesgenau ab dem Verzugseintritt (meist 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung, § 286 BGB) bis zum Zahlungseingang berechnet: Rechnungsbetrag × Verzugszinssatz ÷ 100 ÷ 365 × Verzugstage. Der Verzugszinssatz setzt sich aus dem Basiszinssatz plus 5 bzw. 9 Prozentpunkten zusammen.
Zählt der erste oder der letzte Tag eines Zeitraums mit?
Üblich ist die Konvention, dass der erste Tag (Tag der Wertstellung/Einzahlung) nicht mitgezählt wird, der letzte Tag (Tag der Abhebung/Fälligkeit) hingegen schon – oder umgekehrt, je nach Bank beziehungsweise Vertrag. In der Praxis ergibt sich dadurch meist ein Tag Unterschied, der bei großen Beträgen spürbar sein kann. Die AGB der jeweiligen Bank regeln die genaue Zähl-Konvention.
Wie wirkt sich ein Schaltjahr auf die Tageszinsberechnung aus?
Bei der act/365-Methode wird auch in Schaltjahren stets durch 365 geteilt, wodurch der 29. Februar wie ein normaler Tag zusätzlich mitgezählt wird und die Jahreszinsen geringfügig steigen. Manche Institute nutzen alternativ act/act oder act/366 in Schaltjahren – das ist vertraglich unterschiedlich geregelt.
Rechtsgrundlagen & Quellen
Tageszinsberechnungen folgen etablierten kaufmännischen Zinsmethoden (30/360, act/360, act/365). Die gesetzlichen Regelungen zu Verzugszinsen ergeben sich aus dem BGB.
- § 288 BGB – Verzugszinsen — Gesetzlicher Verzugszinssatz: Basiszinssatz + 5 bzw. 9 Prozentpunkte
- § 247 BGB – Basiszinssatz — Ermittlung und Anpassung des Basiszinssatzes
- Deutsche Bundesbank – Basiszinssatz und Leitzinsen — Aktuelle und historische Zinssätze
Der in Beispielen verwendete Zinssatz (z. B. 3 % p. a.) dient nur der Veranschaulichung der Rechenmethode und ist keine aktuelle Marktangabe. Den tagesaktuellen Basiszinssatz veröffentlicht die Deutsche Bundesbank. Redaktionelle Methodik siehe Redaktion & Autor nachlesen.