Finanzen5 Min. LesezeitAktualisiert: 18. Mai 2026
Das neue pAV-Depot 2026: Was steckt hinter der Rentenreform?
Ab 2026 ersetzt das staatliche Altersvorsorgedepot die Riester-Rente. Was ändert sich konkret, wer profitiert – und was Verbraucherschützer bemängeln.
Inhalt
- 1.Was ist das pAV-Depot?
- 2.Die neue Förderstruktur
- 3.Was ändert sich gegenüber Riester?
- 4.Was Verbraucherschützer bemängeln
Was ist das pAV-Depot?
Das private Altersvorsorgedepot (pAV) ist das geplante Nachfolgemodell für die Riester-Rente, das ab 2026 eingeführt werden soll. Es handelt sich um ein staatlich gefördertes ETF-Depot, das kapitalmarktnaher angelegt ist als klassische Riester-Versicherungen. Ziel: mehr Rendite bei einfacherer Förderstruktur.
Die neue Förderstruktur
| Beitrag | Staatlicher Zuschuss | Effektive Förderquote |
|---|---|---|
| Bis 360 €/Jahr | 50 % (max. 180 €) | 50 % |
| 360–1.800 €/Jahr | 25 % auf den übersteigenden Teil | 25 % |
| Über 1.800 €/Jahr | Keine weitere Förderung | 0 % |
| Maximaler Zuschuss | 540 €/Jahr | — |
| Kinderzuschuss | 1:1 bis 300 €/Kind | 100 % |
| Geringverdiener (< 26.250 €) | +175 €/Jahr | Zusatzbonus |
| Unter 25 Jahre | +200 €/Jahr (3 Jahre) | Berufseinsteiger |
Was ändert sich gegenüber Riester?
- Kapitalgarantie optional: Bei pAV kann man zwischen 80 % und 100 % Beitragsgarantie wählen – das ermöglicht höhere Aktienanteile und damit bessere Rendite
- ETF statt Versicherung: Das Geld fließt in Fonds (primär ETFs), nicht in klassische Rentenversicherungen – das senkt die Kosten erheblich
- Gebührendeckel 1 % p.a.: Anbieter dürfen maximal 1 % des Depotvolumens als Gebühren verlangen – gegenüber oft 1,5–3 % bei alten Riester-Verträgen ein Fortschritt
- Einfachere Förderstruktur: Kein kompliziertes Mindesteigenbeitragsberechnung mehr – die Förderquote ist direkt am Beitrag ablesbar
Was Verbraucherschützer bemängeln
- 1 % Gebühren noch zu hoch: Günstige ETF-Depots ohne staatliche Förderung kosten 0,1–0,3 % p.a. – der Gebührendeckel ist kein echter Niedrigkosten-Standard
- Eingeschränkte Fondsauswahl: Das Standarddepot soll nur wenige ausgewählte ETFs umfassen – keine freie Anlageentscheidung
- Ohne Garantie riskanter: Wer auf die Kapitalgarantie verzichtet, trägt volles Verlustrisiko – bei langen Laufzeiten statistisch selten, aber nicht ausgeschlossen
- Altlasten bleiben: Bestehende Riester-Verträge werden nicht automatisch umgestellt – Millionen Verbraucher bleiben in teuren Altverträgen gefangen
Tipp
Wichtig: Die pAV-Regeln werden erst mit dem endgültigen Gesetz 2026 festgelegt. Die hier genannten Zahlen basieren auf dem aktuellen Reformentwurf und können sich noch ändern. Wer vor 2026 abwartet und dann vergleicht, ist auf der sicheren Seite.
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