ETF-Sparplan vs. Riester: Was lohnt sich langfristig mehr?
Staatliche Förderung vs. maximale Rendite: Wann schlägt ein simpler ETF-Sparplan die geförderte Riester-Rente – und für wen ist es umgekehrt?
Inhalt
- 1.Das grundlegende Problem
- 2.Rechenbeispiel: Singles ohne Kinder (30 Jahre Laufzeit, 1.200 €/Jahr)
- 3.Rechenbeispiel: Familie mit 2 Kindern (nach 2008)
- 4.Steuer: Der versteckte Nachteil von Riester
- 5.Kombinationsstrategie
Das grundlegende Problem
Riester gibt staatliche Förderung, aber schlechte Rendite. ETFs geben keine Förderung, aber historisch 6–9 % Rendite p.a. Die Frage ist: Wie viel Rendite muss ein ETF bringen, damit er die staatliche Förderung übertrifft? Und ab wann kippt das Verhältnis?
Rechenbeispiel: Singles ohne Kinder (30 Jahre Laufzeit, 1.200 €/Jahr)
| Szenario | Eigenbeitrag | Förderung | Endkapital |
|---|---|---|---|
| Riester (2 % Rendite) | 36.000 € | 5.250 € | ca. 56.000 € |
| ETF (6 % Rendite) | 36.000 € | 0 € | ca. 101.000 € |
| ETF (4 % Rendite) | 36.000 € | 0 € | ca. 70.000 € |
| ETF (3 % Rendite) | 36.000 € | 0 € | ca. 60.000 € |
Fazit für Singles ohne Kinder: Selbst bei nur 3 % Rendite schlägt der ETF die Riester-Rente. Der Grund: Die Riester-Grundzulage von 175 €/Jahr macht bei 1.200 € Eigenbeitrag nur ca. 14,6 % Bonus – das holt ein ETF durch höhere Rendite schnell auf.
Rechenbeispiel: Familie mit 2 Kindern (nach 2008)
| Szenario | Eigenbeitrag | Förderung | Endkapital |
|---|---|---|---|
| Riester (2 % Rendite) | 36.000 € | 22.050 € | ca. 95.000 € |
| ETF (6 % Rendite) | 36.000 € | 0 € | ca. 101.000 € |
| ETF (4 % Rendite) | 36.000 € | 0 € | ca. 70.000 € |
Fazit für Familien: Bei 2 Kindern erreicht Riester mit nur 2 % Rendite fast die Höhe eines 6 %-ETFs. Die staatliche Förderung (175 + 600 = 775 €/Jahr) auf 1.200 € Eigenbeitrag ergibt eine Förderquote von 65 % – das ist ein enormer Vorsprung, den ETFs erst bei sehr hoher Rendite aufholen.
Steuer: Der versteckte Nachteil von Riester
Riester-Auszahlungen werden im Rentenalter voll versteuert (nachgelagerte Besteuerung). ETF-Gewinne unterliegen nur der Abgeltungssteuer (25 % auf Gewinne, nicht auf die Einzahlungen). Bei einem Grenzsteuersatz von 30 % im Rentenalter verliert Riester einen Teil seiner Fördervorteile durch die Steuerlast.
Kombinationsstrategie
Die optimale Strategie für die meisten: Riester/pAV für den geförderten Teil (besonders wenn Kinder vorhanden), ETF-Sparplan für alles darüber hinaus. Riester/pAV gibt staatliche Sicherheit und Förderung, der ETF gibt Renditepotenzial. Beide ergänzen sich, statt zu konkurrieren.
Tipp
Wichtig: Ab 2027 ersetzt das pAV-Depot die Riester-Rente. Das pAV kombiniert staatliche Förderung mit ETF-Anlage – und könnte den Riester-vs.-ETF-Vergleich dauerhaft zu Gunsten der staatlichen Vorsorge kippen, wenn die Renditen stimmen.
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