Finanzen5 Min. LesezeitAktualisiert: 18. Mai 2026

Altersvorsorge mit 30: Was jetzt wirklich zählt

Mit 30 ist die Rente weit weg – und genau deshalb ist jetzt der beste Zeitpunkt zu handeln. Was man mit 30 für die Altersvorsorge tun sollte, Schritt für Schritt.

Inhalt

  1. 1.Warum mit 30 der beste Zeitpunkt ist
  2. 2.Schritt 1: Rentenlücke kennen
  3. 3.Schritt 2: Notgroschen vor Altersvorsorge
  4. 4.Schritt 3: Die richtige Reihenfolge der Vorsorge
  5. 5.Wie viel sollte man mit 30 sparen?

Warum mit 30 der beste Zeitpunkt ist

Wer mit 30 anfängt, 200 € pro Monat zu investieren, hat bei 7 % durchschnittlicher Rendite mit 67 Jahren ca. 470.000 €. Wer erst mit 40 anfängt, kommt nur auf ca. 227.000 €. Das ist die Magie des Zinseszinses: Die ersten Jahre haben die höchste Wirkung – jedes Jahr Verzögerung kostet überproportional viel.

StartjahrMonatlicher BeitragKapital mit 67 (7 % Rendite)
Alter 25200 €ca. 643.000 €
Alter 30200 €ca. 470.000 €
Alter 35200 €ca. 340.000 €
Alter 40200 €ca. 242.000 €
Alter 45200 €ca. 167.000 €

Schritt 1: Rentenlücke kennen

Die gesetzliche Rente ersetzt in Deutschland im Schnitt nur noch 48–52 % des letzten Nettogehalts. Wer heute 3.000 € netto verdient, bekommt später ca. 1.400–1.560 € gesetzliche Rente. Die Lücke zu einem angestrebten Lebensstandard muss privat gefüllt werden.

Schritt 2: Notgroschen vor Altersvorsorge

3–6 Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto sind Pflicht, bevor man langfristig investiert. Wer diesen Puffer nicht hat und sein Aktien-Portfolio in einer Krise auflösen muss, verkauft zum schlechtesten Zeitpunkt.

Schritt 3: Die richtige Reihenfolge der Vorsorge

  1. Betriebliche Altersvorsorge (bAV) nutzen – besonders wenn der Arbeitgeber zuschießt (seit 2019 Pflicht bei Neuverträgen: mind. 15 %)
  2. ETF-Sparplan als Hauptsäule: breiter Welt-ETF (MSCI World oder All World), monatlich bespart
  3. pAV-Depot ab 2026 prüfen – besonders wenn Kinder geplant sind (Kinderzuschuss 1:1)
  4. Immobilien als optionale vierte Säule – nur mit ausreichend Eigenkapital und stabilen Verhältnissen

Wie viel sollte man mit 30 sparen?

Faustregel: 10–15 % des Nettoeinkommens für Altersvorsorge. Bei 2.500 € netto wären das 250–375 € pro Monat. Davon gehen je nach Situation 50–100 € in die bAV, der Rest in einen ETF-Sparplan oder das pAV-Depot. Wer weniger kann, fängt mit 50 € an – das ist unendlich mehr als nichts.

Tipp

Psychologie-Trick: Sparrate direkt am Monatsanfang automatisch abbuchen lassen (Dauerauftrag), bevor man das Geld 'sieht'. Menschen, die manuell überweisen, sparen im Schnitt 30 % weniger als bei automatischem Abbuchung.