Altersvorsorge mit 30: Was jetzt wirklich zählt
Mit 30 ist die Rente weit weg – und genau deshalb ist jetzt der beste Zeitpunkt zu handeln. Was man mit 30 für die Altersvorsorge tun sollte, Schritt für Schritt.
Inhalt
- 1.Warum mit 30 der beste Zeitpunkt ist
- 2.Schritt 1: Rentenlücke kennen
- 3.Schritt 2: Notgroschen vor Altersvorsorge
- 4.Schritt 3: Die richtige Reihenfolge der Vorsorge
- 5.Wie viel sollte man mit 30 sparen?
Warum mit 30 der beste Zeitpunkt ist
Wer mit 30 anfängt, 200 € pro Monat zu investieren, hat bei 7 % durchschnittlicher Rendite mit 67 Jahren ca. 470.000 €. Wer erst mit 40 anfängt, kommt nur auf ca. 227.000 €. Das ist die Magie des Zinseszinses: Die ersten Jahre haben die höchste Wirkung – jedes Jahr Verzögerung kostet überproportional viel.
| Startjahr | Monatlicher Beitrag | Kapital mit 67 (7 % Rendite) |
|---|---|---|
| Alter 25 | 200 € | ca. 643.000 € |
| Alter 30 | 200 € | ca. 470.000 € |
| Alter 35 | 200 € | ca. 340.000 € |
| Alter 40 | 200 € | ca. 242.000 € |
| Alter 45 | 200 € | ca. 167.000 € |
Schritt 1: Rentenlücke kennen
Die gesetzliche Rente ersetzt in Deutschland im Schnitt nur noch 48–52 % des letzten Nettogehalts. Wer heute 3.000 € netto verdient, bekommt später ca. 1.400–1.560 € gesetzliche Rente. Die Lücke zu einem angestrebten Lebensstandard muss privat gefüllt werden.
Schritt 2: Notgroschen vor Altersvorsorge
3–6 Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto sind Pflicht, bevor man langfristig investiert. Wer diesen Puffer nicht hat und sein Aktien-Portfolio in einer Krise auflösen muss, verkauft zum schlechtesten Zeitpunkt.
Schritt 3: Die richtige Reihenfolge der Vorsorge
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV) nutzen – besonders wenn der Arbeitgeber zuschießt (seit 2019 Pflicht bei Neuverträgen: mind. 15 %)
- ETF-Sparplan als Hauptsäule: breiter Welt-ETF (MSCI World oder All World), monatlich bespart
- pAV-Depot ab 2026 prüfen – besonders wenn Kinder geplant sind (Kinderzuschuss 1:1)
- Immobilien als optionale vierte Säule – nur mit ausreichend Eigenkapital und stabilen Verhältnissen
Wie viel sollte man mit 30 sparen?
Faustregel: 10–15 % des Nettoeinkommens für Altersvorsorge. Bei 2.500 € netto wären das 250–375 € pro Monat. Davon gehen je nach Situation 50–100 € in die bAV, der Rest in einen ETF-Sparplan oder das pAV-Depot. Wer weniger kann, fängt mit 50 € an – das ist unendlich mehr als nichts.
Tipp
Psychologie-Trick: Sparrate direkt am Monatsanfang automatisch abbuchen lassen (Dauerauftrag), bevor man das Geld 'sieht'. Menschen, die manuell überweisen, sparen im Schnitt 30 % weniger als bei automatischem Abbuchung.
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