Der wichtigste Unterschied ist die Verfügbarkeit: Tagesgeld bleibt in der Regel kurzfristig verfügbar, Festgeld wird für eine vereinbarte Laufzeit angelegt. Beim Tagesgeld kann sich der Zinssatz ändern; beim Festgeld steht er für die vereinbarte Laufzeit fest. Welches Produkt mehr bringt, ergibt sich aus den konkreten Vertragsbedingungen, nicht allein aus dem Namen.
Die Unterschiede im direkten Vergleich
| Frage | Tagesgeld | Festgeld |
|---|---|---|
| Wann ist das Geld verfügbar? | In der Regel täglich; Überweisungszeiten beachten | Zum vereinbarten Fälligkeitstermin; vorzeitiger Zugriff nach Vertrag |
| Wie lange gilt der Zins? | Variabel oder zeitlich begrenzte Aktionsgarantie | Für die vereinbarte Laufzeit |
| Kann ich regelmäßig einzahlen? | Meist möglich | Meist feste Anlagesumme; zusätzliche Anlage separat |
| Was passiert am Laufzeitende? | Keine feste Laufzeit | Auszahlung oder Verlängerung nach Vertrag |
| Welche Unsicherheit bleibt? | Künftige Zinsen sind unbekannt | Künftige Wiederanlagezinsen sind unbekannt |
Entscheidung nach dem tatsächlichen Geldbedarf
Stelle zuerst fest, welcher Teil deiner Rücklagen kurzfristig benötigt werden könnte. Geld für eine absehbare Ausgabe sollte rechtzeitig verfügbar sein. Eine längere Bindung ist nur dann praktikabel, wenn du bis zur Fälligkeit darauf verzichten kannst. Eine Zinsprognose allein beantwortet diese Frage nicht.
| Situation | Zu prüfendes Kriterium |
|---|---|
| Reparatur oder unvorhergesehene Rechnung | Kurzfristige Verfügbarkeit und Überweisungsweg |
| Fest geplanter Kauf in zwölf Monaten | Fälligkeit vor dem Zahlungstermin |
| Unregelmäßige monatliche Rücklagen | Zusätzliche Einzahlungen möglich? |
| Mehrere geplante Ausgaben | Verschiedene Fälligkeiten oder getrennte Rücklagen |
Zinssatz und tatsächlicher Ertrag sind verschieden
Ein hoher Aktionszins für wenige Monate kann über ein ganzes Jahr weniger einbringen als ein niedrigerer, länger gültiger Zinssatz. Vergleiche denselben Anlagebetrag und Zeitraum. Prüfe außerdem Gebühren, Zinsgutschriften, Mindestanlage und Betragsgrenzen. Beispielsweise sind 0,5 Prozentpunkte auf 10.000 Euro bei einem vollen Jahr ohne Zinseszins 50 Euro Unterschied vor Steuern.
Was die Einlagensicherung abdeckt
Die gesetzliche Einlagensicherung schützt entschädigungsfähige Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Person und Bank. Mehrere Konten bei derselben Bank werden gemeinsam betrachtet. Prüfe deshalb das rechtlich verantwortliche Institut, nicht nur den Markennamen. Der Schutz beseitigt weder Kaufkraftverluste durch Inflation noch das Risiko, dass ein späteres Angebot einen anderen Zinssatz hat.
Checkliste vor dem Abschluss
- Bank und zuständiges Sicherungssystem im Informationsbogen prüfen.
- Gültigkeitsdauer des Zinssatzes und anschließenden Standardzins lesen.
- Mindestbetrag, Höchstbetrag und etwaige Gebühren berücksichtigen.
- Bei Festgeld Fälligkeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung prüfen.
- Beispielrechnung von einer verbindlichen Bankabrechnung unterscheiden.