Bei einer Festgeldleiter wird ein Betrag auf mehrere Anlagen mit unterschiedlichen Fälligkeiten verteilt. Dadurch wird nicht das gesamte Geld gleichzeitig frei. Das ist eine Methode zur Planung von Zahlungsterminen, keine Garantie für höhere Zinsen oder bessere Renditen.
Beispiel: 12.000 Euro auf drei Fälligkeiten verteilen
Die folgende Rechnung zeigt ausschließlich eine mögliche Aufteilung. Sie setzt voraus, dass die 12.000 Euro bis zu den jeweiligen Terminen nicht benötigt werden. Eine kurzfristig verfügbare Rücklage ist davon getrennt zu planen.
| Teilbetrag | Anfängliche Laufzeit | Verfügbarkeit |
|---|---|---|
| 4.000 € | 12 Monate | Nach einem Jahr |
| 4.000 € | 24 Monate | Nach zwei Jahren |
| 4.000 € | 36 Monate | Nach drei Jahren |
Nach dem ersten Jahr wird der erste Teilbetrag fällig. Wird er erneut für drei Jahre angelegt, liegt seine nächste Fälligkeit im vierten Jahr. Wiederholt man das mit den anderen Teilbeträgen, wird anschließend jährlich eine Anlage fällig. Wird das Geld benötigt, kann die fällige Tranche stattdessen ausgezahlt werden.
Zinsertrag je Teilbetrag getrennt rechnen
Unterschiedliche Laufzeiten können unterschiedliche Zinssätze und Gutschriftregeln haben. Bei angenommenen 3 Prozent erhält eine Anlage von 4.000 Euro für ein Jahr 120 Euro Bruttozins. Das ist nur ein Rechenbeispiel. Für zwei oder drei Jahre muss geklärt sein, ob Zinsen ausgezahlt oder wiederangelegt werden; ein einfacher Durchschnitt der angebotenen Zinssätze ersetzt diese Rechnung nicht.
Welche Risiken bleiben?
- Wiederanlage: Der Zinssatz bei späteren Fälligkeiten ist heute unbekannt.
- Liquidität: Eine jährliche Fälligkeit hilft nicht bei einer Zahlung, die vorher nötig wird.
- Verlängerung: Verträge können sich automatisch verlängern, wenn Fristen nicht beachtet werden.
- Inflation: Ein fester Nominalzins garantiert keinen Kaufkrafterhalt.
- Institut: Mehrere Anlagen bei derselben Bank erhöhen nicht automatisch die gesetzliche Sicherungsgrenze.
Eine Leiter mit den eigenen Ausgaben abstimmen
Notiere geplante Ausgaben mit Datum und Betrag. Prüfe für jede Tranche, ob die Fälligkeit rechtzeitig liegt und wohin Kapital und Zinsen überwiesen werden. Wenn ein bestimmter Betrag sicher in 18 Monaten gebraucht wird, passt eine längere Bindung dafür nicht. Die Staffelung sollte sich aus den eigenen Zahlungsterminen ergeben, nicht aus einer pauschalen Empfehlung für drei gleiche Teile.
Einlagensicherung über alle Konten betrachten
Die gesetzliche Einlagensicherung bezieht sich grundsätzlich auf die Summe entschädigungsfähiger Einlagen pro Person und Bank, regelmäßig bis 100.000 Euro. Drei Festgeldkonten beim selben Institut schaffen daher nicht drei separate Sicherungsgrenzen. Informationen zum Institut und Sicherungssystem stehen im Informationsbogen der Bank.