Skonto und Rabatt: Unterschied, Reihenfolge & Berechnung (mit Formel)
Skonto vs. Rabatt – der Unterschied kurz erklärt: Rabatt zuerst abziehen, dann Skonto vom Restbetrag. Skonto wird immer vom Nettobetrag berechnet. Formel, Beispielrechnung und wann sich Skonto lohnt.
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Inhalt
- 1.Skonto oder Rabatt – der Unterschied auf einen Blick
- 2.Reihenfolge: Erst Rabatt, dann Skonto
- 3.Skonto vom Netto oder vom Brutto?
- 4.Formel: Skonto berechnen
- 5.Formel: Effektiver Jahreszinssatz beim Skonto
- 6.Rabattarten und wann sie sich lohnen
- 7.Für Unternehmen: Skonto konsequent nutzen
Skonto oder Rabatt – der Unterschied auf einen Blick
Rabatt und Skonto sind beides Preisnachlässe, unterscheiden sich aber grundlegend: Der Rabatt wird direkt vom Listenpreis abgezogen (Mengenrabatt, Aktionsrabatt, Treuerabatt). Skonto ist dagegen ein Nachlass für frühe Zahlung einer Rechnung. Beispiel: „Zahlbar in 30 Tagen netto, oder innerhalb von 10 Tagen mit 2 % Skonto.“ Ein Rabatt ist also ein Preisnachlass, Skonto ein Zahlungsanreiz.
| Merkmal | Rabatt | Skonto |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | Vor Rechnungsstellung | Nach Rechnungsstellung |
| Grund | Menge, Aktion, Treue | Frühzeitige Zahlung |
| Bezugsgröße | Listenpreis / Bruttopreis | Rechnungsbetrag netto |
| Typische Höhe | 5–30 % | 1–3 % |
| Wo geregelt | Angebot / Vertrag | Zahlungsbedingungen |
Reihenfolge: Erst Rabatt, dann Skonto
Die korrekte Reihenfolge ist eindeutig geregelt: Zuerst wird der Rabatt vom Listenpreis abgezogen, danach die Umsatzsteuer aufgeschlagen, und Skonto wird zuletzt vom Rechnungsnetto (also nach Rabatt) berechnet. Diese Reihenfolge ist wichtig, weil sich Skonto sonst prozentual falsch auf den ursprünglichen Listenpreis beziehen würde.
Beispielrechnung Schritt für Schritt
- Listenpreis (Zieleinkaufspreis): 10.000 €
- − 10 % Rabatt (1.000 €) = 9.000 € Zieleinkaufspreis
- + 19 % Umsatzsteuer (1.710 €) = 10.710 € Bruttorechnungsbetrag
- Bei Zahlung innerhalb Skontofrist: − 2 % Skonto (214,20 €) vom Bruttobetrag = 10.495,80 €
Tipp
Merksatz: R-U-S – erst Rabatt, dann Umsatzsteuer, dann Skonto. Manche Anbieter rechnen Skonto vom Netto, andere vom Brutto – prüfe die Rechnung genau.
Skonto vom Netto oder vom Brutto?
Beide Varianten sind möglich – abhängig von den Rechnungsbedingungen. Die häufigsten Fälle: Bei Unternehmens-Rechnungen mit Vorsteuerabzug wird Skonto meist vom Bruttobetrag berechnet. Bei Rechnungen an Privatkunden oder Kleinunternehmer (§ 19 UStG) wird Skonto oft vom Nettobetrag gezogen. Wichtig ist: Die Skontobedingung muss auf der Rechnung eindeutig formuliert sein ('2 % Skonto vom Rechnungsbetrag' oder 'auf den Nettobetrag').
Formel: Skonto berechnen
Skontobetrag = Rechnungsbetrag × Skontosatz ÷ 100. Beispiel: 5.000 € × 2 % ÷ 100 = 100 € Skonto. Zu zahlender Betrag: 5.000 − 100 = 4.900 €.
Formel: Effektiver Jahreszinssatz beim Skonto
Die eigentliche Frage lautet: Lohnt es sich, 20 Tage früher zu zahlen, um 2 % zu sparen? Dafür ein wichtiger Vergleichswert – der effektive Jahreszins des Skonto-Angebots. Formel: Skontosatz ÷ (100 − Skontosatz) × (360 ÷ Zahlungsdifferenz in Tagen).
| Skontosatz | Skontofrist | Zahlungsziel | Effektiver Jahreszins |
|---|---|---|---|
| 2 % | 10 Tage | 30 Tage | 36,7 % |
| 2 % | 10 Tage | 60 Tage | 14,7 % |
| 3 % | 10 Tage | 30 Tage | 55,7 % |
| 1 % | 10 Tage | 30 Tage | 18,2 % |
| 2 % | 14 Tage | 30 Tage | 45,9 % |
Fazit: Solange der Kontokorrentzins (Überziehungszins, meist 8–12 % p.a.) unter dem effektiven Skonto-Jahreszins liegt, lohnt es sich fast immer zu skontieren – selbst wenn das Konto kurzfristig ins Minus geht.
Rabattarten und wann sie sich lohnen
- Mengenrabatt: Ab einem bestimmten Einkaufsvolumen – lohnt sich nur, wenn du die Ware tatsächlich brauchst
- Treuerabatt: Für Stammkunden – direkt verhandeln, viele Anbieter gewähren ihn auf Anfrage
- Sofortzahler-Rabatt: Bei Handwerkern – immer fragen, oft 3–5 % möglich
- Black-Friday-Rabatte: Preise vor Einkauf vergleichen – Originalpreise werden oft kurz davor erhöht
Für Unternehmen: Skonto konsequent nutzen
Für Firmen gilt: Skontofristen konsequent ausnutzen. 2 % Skonto innerhalb von 10 Tagen auf eine Jahresrechnung von 100.000 € spart 2.000 €. Bei einem Kontokorrentzins von 8 % kostet ein kurzfristiger Kredit von 98.000 € für 20 Tage nur: 98.000 × 0,08 ÷ 365 × 20 = 430 €. Netto-Gewinn durch Skontonutzung: 1.570 € pro Jahr.
Tipp
Als Privatperson: Skonto ist hauptsächlich im B2B-Bereich relevant. Im Einzelhandel lohnt es sich, beim Kauf teurer Güter (Möbel, Elektronik, Handwerker) explizit nach Sofortzahler-Rabatt zu fragen – ein Satz wie 'Was bekommen wir bei Barzahlung?' wird oft mit 3–8 % belohnt.
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