Finanzen5 Min. LesezeitAktualisiert: 18. Mai 2026

Nachhaltig investieren: ESG-ETFs vs. klassische ETFs

ESG-ETFs schließen kontroverse Unternehmen aus und fördern nachhaltige Firmen. Was sie kosten, wie sie performen und ob du damit wirklich etwas bewirkst.

Inhalt

  1. 1.Was sind ESG-Kriterien?
  2. 2.Vergleich: ESG vs. klassischer MSCI World
  3. 3.Bewirkt ESG-Investing wirklich etwas?

Was sind ESG-Kriterien?

ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). ESG-ETFs schließen bestimmte Branchen aus (Waffen, Tabak, Kohle) oder gewichten Unternehmen nach ESG-Scores stärker oder schwächer. Wichtig: Es gibt keine einheitliche ESG-Definition – jeder Anbieter hat eigene Kriterien.

Vergleich: ESG vs. klassischer MSCI World

MerkmalMSCI WorldMSCI World ESG Leaders
Anzahl Unternehmen~1.500~750 (strengere Auswahl)
TER (Kostenquote)0,10–0,20 %0,18–0,30 %
10-Jahres-Rendite (ca.)9,5 % p.a.10,1 % p.a. (leicht besser)
AusschlüsseKeineRüstung, Tabak, Kohle, Glücksspiel
CO2-IntensitätHöherCa. 40 % geringer

Bewirkt ESG-Investing wirklich etwas?

Das ist umstritten. Der direkte Effekt beim Kauf von ESG-ETFs ist gering – du kaufst Aktien auf dem Sekundärmarkt und das Unternehmen bekommt kein Geld direkt. Indirekter Effekt: Hohe ESG-Bewertungen senken die Kapitalkosten für nachhaltige Unternehmen und erhöhen den Druck auf nicht-nachhaltige Firmen durch Ausschluss aus großen Indexfonds.

Tipp

Greenwashing prüfen: Viele als 'nachhaltig' vermarktete ETFs schließen nur wenige Unternehmen aus. Ein echter Indikator: Schaut man, ob Öl- und Gaskonzerne wie ExxonMobil oder Shell im ETF enthalten sind. In echten ESG-Fonds sind sie deutlich weniger gewichtet oder ausgeschlossen.