Alltag6 Min. Lesezeit

Krank melden: Deine Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer

Viele Arbeitnehmer wissen nicht, wie krank melden korrekt funktioniert. Wir erklären Pflichten, Entgeltfortzahlung, AU-Pflicht und was bei Langzeitkrankheit gilt.

Von Eaven-René Schmalz · Redaktion

Direkt berechnen

Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner — sofort ohne Anmeldung.

Schritt für Schritt: Krank melden

  1. Arbeitgeber informieren: Noch vor Arbeitsbeginn telefonisch oder per Nachricht (nicht per E-Mail reicht oft nicht)
  2. Krankheitsdauer mitteilen: Falls absehbar, wie lange du voraussichtlich fehlst
  3. Arztbesuch: Spätestens am 3. Krankheitstag Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) holen
  4. AU einreichen: Deinen Arbeitgeber informieren (AU-Daten werden seit 2023 digital übermittelt)
  5. Erholungspflicht: Aktivitäten, die Genesung verhindern, sind zu unterlassen

Entgeltfortzahlung: Wie lange bekomme ich Gehalt?

Arbeitnehmer haben Anspruch auf 6 Wochen Entgeltfortzahlung in voller Höhe (100 % des Gehalts) pro Krankheit. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld (ca. 70 % des Bruttoeinkommens, max. 90 % des Nettolohns) für bis zu 78 Wochen.

Was darf der Arbeitgeber bei Krankheit?

  • Vertrauensärztliche Untersuchung verlangen: In begründeten Fällen zulässig
  • Hausbesuche: In Ausnahmefällen bei begründetem Verdacht (Missbrauch)
  • Kündigung während Krankheit: Grundsätzlich möglich, wenn keine Kündigung WEGEN der Krankheit
  • Pflicht zu Änderungsangeboten: Bei Langzeitkrankheit 'BEM' (betriebliches Eingliederungsmanagement) anbieten

Was ist verboten wenn ich krank bin?

  • Zweitjob ausüben: Wenn er die Genesung verzögert, ist es verboten
  • Sport treiben: Bei Erkrankungen wie Fieber natürlich verboten
  • Urlaubsreise: Prinzipiell erlaubt, wenn dem Gesundungsprozess dienlich
  • Alkohol trinken: Bei entsprechender Erkrankung – kann zur Abmahnung führen

Tipp

eAU seit 2023: Seit Januar 2023 müssen Arbeitnehmer die gelbe AU-Bescheinigung nicht mehr selbst einreichen. Der Arzt übermittelt die Daten elektronisch an Arbeitgeber und Krankenkasse. Du musst nur noch rechtzeitig zum Arzt gehen und deinen Chef informieren.

Passende Rechner

Weiterlesen zum Thema