Alltag4 Min. LesezeitAktualisiert: 18. Mai 2026

Energieausweis lesen und verstehen: Was die Kennzahlen bedeuten

Beim Kauf oder Mieten einer Immobilie ist der Energieausweis Pflicht. Was die Energieklassen bedeuten, welche Kosten dahinterstecken und wann ein schlechter Ausweis ein Dealbreaker ist.

Inhalt

  1. 1.Welche Arten von Energieausweisen gibt es?
  2. 2.Die Energieklassen von A+ bis H
  3. 3.Was schlechte Energieklassen kosten

Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

Es gibt den Verbrauchsausweis (basiert auf tatsächlichem Energieverbrauch der letzten 3 Jahre) und den Bedarfsausweis (technische Berechnung anhand Gebäudehülle und Heizung). Der Bedarfsausweis ist aussagekräftiger – er ist unabhängig vom Heizverhalten der Vormieter.

Die Energieklassen von A+ bis H

KlasseEnergiebedarf (kWh/m²/Jahr)Typisches Gebäude
A+< 30Passivhaus, Neubau KfW 40
A30–50Neubau KfW 55, Niedrigenergie
B50–75Guter Neubaustandard
C75–100Sanierter Altbau
D100–130Älteres Gebäude mit Teilsanierung
E130–160Unsanierter Altbau (1970–1990er)
F–H160–250+Ungedämmter Altbau, Energieschleuder

Was schlechte Energieklassen kosten

Ein Haus mit Klasse G (200 kWh/m²/Jahr) vs. Klasse C (90 kWh/m²/Jahr) bei 100 m² und 0,12 €/kWh Heizkosten kostet ca. 1.320 € mehr im Jahr – über 20 Jahre sind das 26.400 € reiner Mehraufwand. Zudem drohen ab 2030 strengere gesetzliche Anforderungen (GEG), die Sanierungen erzwingen können.

Tipp

Energieausweis vorlegen lassen: Vermieter und Verkäufer sind gesetzlich verpflichtet, den Energieausweis unaufgefordert vorzulegen. Tun sie es nicht, können Bußgelder verhängt werden. Bei Besichtigungen einfach direkt danach fragen – wer zögert, hat oft etwas zu verbergen.