Energieausweis lesen und verstehen: Was die Kennzahlen bedeuten
Beim Kauf oder Mieten einer Immobilie ist der Energieausweis Pflicht. Was die Energieklassen bedeuten, welche Kosten dahinterstecken und wann ein schlechter Ausweis ein Dealbreaker ist.
Inhalt
- 1.Welche Arten von Energieausweisen gibt es?
- 2.Die Energieklassen von A+ bis H
- 3.Was schlechte Energieklassen kosten
Welche Arten von Energieausweisen gibt es?
Es gibt den Verbrauchsausweis (basiert auf tatsächlichem Energieverbrauch der letzten 3 Jahre) und den Bedarfsausweis (technische Berechnung anhand Gebäudehülle und Heizung). Der Bedarfsausweis ist aussagekräftiger – er ist unabhängig vom Heizverhalten der Vormieter.
Die Energieklassen von A+ bis H
| Klasse | Energiebedarf (kWh/m²/Jahr) | Typisches Gebäude |
|---|---|---|
| A+ | < 30 | Passivhaus, Neubau KfW 40 |
| A | 30–50 | Neubau KfW 55, Niedrigenergie |
| B | 50–75 | Guter Neubaustandard |
| C | 75–100 | Sanierter Altbau |
| D | 100–130 | Älteres Gebäude mit Teilsanierung |
| E | 130–160 | Unsanierter Altbau (1970–1990er) |
| F–H | 160–250+ | Ungedämmter Altbau, Energieschleuder |
Was schlechte Energieklassen kosten
Ein Haus mit Klasse G (200 kWh/m²/Jahr) vs. Klasse C (90 kWh/m²/Jahr) bei 100 m² und 0,12 €/kWh Heizkosten kostet ca. 1.320 € mehr im Jahr – über 20 Jahre sind das 26.400 € reiner Mehraufwand. Zudem drohen ab 2030 strengere gesetzliche Anforderungen (GEG), die Sanierungen erzwingen können.
Tipp
Energieausweis vorlegen lassen: Vermieter und Verkäufer sind gesetzlich verpflichtet, den Energieausweis unaufgefordert vorzulegen. Tun sie es nicht, können Bußgelder verhängt werden. Bei Besichtigungen einfach direkt danach fragen – wer zögert, hat oft etwas zu verbergen.
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