Finanzen5 Min. LesezeitAktualisiert: 18. Mai 2026

Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum sie unverzichtbar ist

Jeder vierte Erwerbstätige wird vor der Rente berufsunfähig. Die BU-Versicherung ist der wichtigste Schutz – aber auch einer der komplexesten. Was wirklich zählt.

Inhalt

  1. 1.Warum staatliche Absicherung nicht reicht
  2. 2.Was eine gute BU-Police mitbringen muss
  3. 3.Wann und wie viel versichern?

Warum staatliche Absicherung nicht reicht

Wer nach 2001 ins Erwerbsleben eingetreten ist, hat keinen Anspruch mehr auf Berufsunfähigkeitsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Stattdessen gibt es die Erwerbsminderungsrente – die aber nur gezahlt wird, wenn man keine 3 Stunden täglich irgendeiner Arbeit nachgehen kann. Ein Chirurg, der seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, aber Pförtner werden könnte, geht leer aus.

Was eine gute BU-Police mitbringen muss

  • Echte Berufsunfähigkeitsdefinition: Unfähig zu 50 % in dem zuletzt ausgeübten Beruf – kein Verweis auf andere Tätigkeiten
  • Rente ab 50 % Berufsunfähigkeit: Nicht erst ab 100 % Einschränkung
  • Laufzeit bis 67 Jahre: Sonst klafft eine Lücke bis zur gesetzlichen Rente
  • Dynamik: Jährliche Rentenanpassung gegen Inflation
  • Keine abstrakte Verweisung: Wichtigste Klausel – Versicherer darf nicht auf andere Berufe verweisen

Wann und wie viel versichern?

LebenssituationEmpfohlene BU-Rente
Berufseinsteiger60–70 % des Nettogehalts
Mit Familie und Hypothek70–80 % des Nettogehalts
Selbstständige100 % der laufenden Kosten + Rücklage

Tipp

Früh abschließen spart Geld: BU-Beiträge steigen mit dem Alter und Vorerkrankungen. Wer jung und gesund ist, zahlt deutlich weniger. Eine Police mit 25 Jahren abschließen ist oft doppelt so günstig wie mit 35 Jahren – und Vorerkrankungen können dann nicht ausgeschlossen werden.