4-Prozent-Regel
4-Prozent-Regel berechnen: Wie viel Kapital brauche ich für finanzielle Freiheit (FIRE)? Entnahmerechner kostenlos online 2026
Hinweis: Die Ergebnisse sind unverbindliche Berechnungen und ersetzen keine professionelle Finanzberatung.
4-Prozent-Regel-Rechner
Berechne, wie viel Kapital du für finanzielle Unabhängigkeit brauchst
Was ist die 4-Prozent-Regel?
Die 4-Prozent-Regel besagt: Wenn du jährlich 4 % deines Portfolios entnimmst und das Portfolio aus 60 % Aktien und 40 % Anleihen besteht, hält das Geld statistisch mindestens 30 Jahre.
Formel: Benötigtes Kapital = Jahresausgaben × 25 (= 100 ÷ 4 %)
Beispiel: 2.500 € monatlich = 30.000 € jährlich → 30.000 × 25 = 750.000 € Kapital benötigt.
💡 Wie viel Kapital brauche ich für finanzielle Unabhängigkeit?
Die häufigste Frage – klar beantwortet.
Kurz & klar
Benötigtes Kapital = Jahresausgaben × 25. Bei 2.500 € monatlichen Ausgaben (30.000 € pro Jahr) ergibt das ein Zielkapital von 750.000 €, aus dem jährlich 4 % (30.000 €) entnommen werden können, ohne das Vermögen statistisch vorzeitig aufzubrauchen.
Herkunft der Regel
- Trinity-Studie (1998), US-Marktdaten 1926–1995
- 30-Jahres-Entnahmezeiträume untersucht
- Portfolio: ca. 50–75 % Aktien, Rest Anleihen
Wichtige Einschränkung
Die Regel ist eine historische Faustformel, keine Garantie. Sequence-of-Returns-Risiko, Inflation und Steuern können das Ergebnis beeinflussen.
Wie wird die 4-Prozent-Regel berechnet?
Die Berechnung basiert auf zwei einfachen Formeln, die auf dem Kehrwert der Entnahmerate beruhen:
Benötigtes Kapital = Jahresausgaben × 25 (= 100 ÷ 4 %)
Jährliche Entnahme = Kapital × 4 %
Der Faktor 25 ergibt sich, weil 4 % einem Fünfundzwanzigstel des Kapitals entsprechen (100 ÷ 4 = 25). Wählt man eine konservativere Entnahmerate von 3 %, steigt der benötigte Kapitalfaktor auf 33,3 – bei einer optimistischeren Rate von 5 % sinkt er auf 20.
Beispielrechnungen für verschiedene Ausgabenniveaus
Je höher die monatlichen Ausgaben, desto größer das benötigte Zielkapital. Die folgende Tabelle zeigt typische Konstellationen bei einer Entnahmerate von 4 %:
| Monatliche Ausgaben | Jahresausgaben | Benötigtes Kapital (× 25) |
|---|---|---|
| 1.500 € | 18.000 € | 450.000 € |
| 2.000 € | 24.000 € | 600.000 € |
| 2.500 € | 30.000 € | 750.000 € |
| 3.500 € | 42.000 € | 1.050.000 € |
| 5.000 € | 60.000 € | 1.500.000 € |
Für wen ist die 4-Prozent-Regel relevant?
FIRE-Bewegung (Financial Independence, Retire Early)
Menschen, die durch hohe Sparquoten und ETF-Investments möglichst früh finanziell unabhängig werden möchten, nutzen die Regel als Zielgröße für ihr Sparziel.
Klassische Altersvorsorge-Planung
Auch bei regulärem Renteneintritt hilft die Regel als grobe Orientierung, wie viel Vermögen zusätzlich zur gesetzlichen Rente nötig ist, um den Lebensstandard zu halten.
Entnahmestrategie im Ruhestand festlegen
Wer bereits über ein Portfolio verfügt, kann mit der Regel abschätzen, welche jährliche Entnahmesumme langfristig tragfähig erscheint.
Sabbatical oder Auszeit planen
Auch für zeitlich begrenzte Auszeiten (z. B. 5–10 Jahre) lässt sich mit angepassten Annahmen ein realistisches Sparziel ableiten.
Vergleich verschiedener Sparquoten
Der Rechner zeigt, wie sich eine Reduzierung der monatlichen Ausgaben unmittelbar auf das benötigte Zielkapital auswirkt – ein Ausgabenrückgang wirkt sich mit Faktor 25 aus.
Diskussion von Sicherheitspuffern
Wer das Sequence-of-Returns-Risiko begrenzen möchte, kann mit dem Rechner auch konservativere Szenarien (z. B. 3–3,5 % Entnahmerate statt 4 %) gegenrechnen.
Häufige Fragen zur 4-Prozent-Regel
Was ist die 4-Prozent-Regel?
Die 4-Prozent-Regel ist eine Faustregel für Entnahmestrategien im Ruhestand. Sie besagt, dass man jährlich 4 % seines Portfolios entnehmen kann, ohne dass das Geld in 30 Jahren ausgeht – basierend auf historischen US-Marktdaten (Trinity-Studie, 1998).
Was ist FIRE?
FIRE steht für 'Financial Independence, Retire Early' – finanzielle Unabhängigkeit und frühzeitiger Ruhestand. Das Konzept basiert auf hoher Sparquote, investieren in ETFs und möglichst frühem Erreichen des 25-fachen der Jahresausgaben.
Ist die 4-Prozent-Regel sicher für Deutschland?
Die Trinity-Studie basiert auf US-Daten. Für Deutschland/Europa empfehlen viele Finanzexperten eher eine 3–3,5%-Entnahmerate, da europäische Märkte historisch etwas schlechter performten. Auch Steuern und Inflation müssen einkalkuliert werden.
Wie berechne ich meinen FIRE-Betrag?
Multipliziere deine jährlichen Ausgaben mit 25. Bei 2.500 € monatlich (30.000 € jährlich) ergibt das 750.000 € als Zielkapital. Diesen Betrag investierst du in einen breit gestreuten ETF-Sparplan.
Woher kommt die Zahl 25 in der Formel?
25 ist der Kehrwert von 4 % (100 ÷ 4 = 25). Wenn du jährlich 4 % deines Kapitals entnehmen möchtest, muss dein Kapital das 25-Fache deiner Jahresausgaben betragen, damit die Entnahme rechnerisch aufgeht. Bei einer angenommenen Rendite von 3 % läge der Faktor entsprechend höher (33,3), bei 5 % niedriger (20).
Was ist das Sequence-of-Returns-Risiko?
Das Sequence-of-Returns-Risiko beschreibt die Gefahr, dass ausgerechnet in den ersten Jahren nach Renteneintritt starke Kurseinbrüche auftreten. Da in dieser Phase bereits Kapital entnommen wird, kann sich das Portfolio von einem Crash schlechter erholen als bei reinem Ansparen – selbst wenn die langfristige Durchschnittsrendite stimmt. Dies ist einer der Hauptkritikpunkte an starren Entnahmeregeln.
Ist die 4-Prozent-Regel eine Garantie?
Nein. Die 4-Prozent-Regel ist ein historisch hergeleiteter Richtwert, keine Garantie. Sie basiert auf der Erfolgsquote verschiedener 30-Jahres-Zeiträume in der Vergangenheit (USA, 1926–1995) und sagt nichts über zukünftige Marktentwicklungen aus. Wer auf Nummer sicher gehen will, plant mit einem Sicherheitspuffer oder einer flexiblen Entnahmestrategie, die sich an die tatsächliche Marktlage anpasst.
Welche Rolle spielt die Portfoliozusammensetzung?
Die ursprüngliche Trinity-Studie ging von einem Portfolio aus 50–75 % Aktien und dem Rest in Anleihen aus. Ein reines Anleihenportfolio oder ein sehr konservatives Depot erzielt historisch niedrigere Renditen und würde die 4-%-Entnahme über 30 Jahre seltener durchhalten. Ein höherer Aktienanteil erhöht die erwartete Rendite, aber auch die Schwankungsbreite (Volatilität) des Entnahmezeitraums.
Was passiert bei Inflation während der Entnahmephase?
In der klassischen 4-Prozent-Regel wird die jährliche Entnahmesumme um die Inflationsrate angepasst, damit die Kaufkraft konstant bleibt. Bei 30.000 € Jahresausgaben und 2 % Inflation würde die Entnahme im Folgejahr auf 30.600 € steigen. Genau diese Inflationsanpassung war Teil der Trinity-Studie und erhöht das Risiko, dass das Kapital in ungünstigen Marktphasen schneller aufgebraucht wird.
Gibt es Alternativen zur starren 4-Prozent-Regel?
Ja, in der FIRE-Community werden zunehmend flexible Entnahmestrategien diskutiert, etwa die 'Guardrails-Methode', bei der die Entnahme in guten Börsenjahren leicht erhöht und in schlechten Jahren reduziert wird, oder variable Entnahmeraten, die sich am tatsächlichen Portfoliowert orientieren. Solche dynamischen Ansätze reagieren besser auf Marktschwankungen als eine starre, jährlich inflationsangepasste Entnahmesumme, erfordern aber mehr Disziplin und laufende Anpassung.